Waldorfpädagogik

Ziel der Waldorfpädagogik ist es, junge Menschen in der Gesamtheit ihrer Anlagen zu fördern. Vom ersten Tag an bis zu den staatlich anerkannten Schulabschlüssen werden in ganzheitlicher und ausgewogener Weise sowohl die intellektuellen als auch die künstlerisch-praktischen Fähigkeiten sowie die Sozialkompetenzen ausgebildet. Teamfähigkeit, Kreativität und die Fähigkeit, in Prozessen zu denken - das sind die heutigen Schlüsselqualifikationen, auf die besonderer Wert gelegt wird.

Altersgemäßes Lernen

Unter- und Mittelstufe: In den ersten acht Schuljahren unterrichtet der Klassenlehrer seine Schüler in allen Kernfächern morgens im Hauptunterricht (Epochenunterricht). So kann er sie intensiv in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten, anknüpfend an das, was die Kinder an Erfahrungen und Erlebnissen mitbringen.

In den ersten Schuljahren (Klasse 1 bis 3) wird im “Bewegten Klassenzimmer” gelernt. Da wird z.B. das Einmaleins gesprungen, gestampft und geklatscht. Täglich wird musiziert: Alle Kinder erlernen neben dem Singen das Spielen der Flöte und viele noch ein zusätzliches Instrument.

Eigenständiges Denken wird durch ein wörtlich zu verstehendes “Begreifen” in regelmäßigem praktischem Tun gefördert. So fertigen Drittklässler in der Landbauepoche nicht nur ihr Epochenheft mit Texten und Zeichnungen an, sondern säen, ernten, dreschen und mahlen das Getreide selbst und backen zum Schluss das Brot.

Neben dem Formenzeichnen, Schreiben, Lesen und Rechnen ab Klasse 1 erlernen die Schüler im Epochenunterricht der Klassen 4 - 8 auch die Grundlagen der Geometrie, Heimatkunde, Geschichte, Geographie, Astronomie und der Naturwissenschaften: Biologie, Physik, Chemie.

Den zweiten Teil eines jeden Schultages gestalten die Fachlehrer: Englisch, Russisch, Musik, Kunst, Eurythmie, Handarbeit, Spielturnen/Sport und Religion ab der 1. Klasse, Handwerk ab der 4. und Gartenbau ab der 6. Klasse.

Zur Waldorfpädagogik gehört auch der reichhaltige Erzählstoff, der von Märchen (1. Klasse) über Fabeln und Legenden (2. Klasse), altes Testament (3. Klasse), germanische Mythologie (4. Klasse) und klassische Sagen der Griechen (5. Klasse) und Römer (6. Klasse), Erfindungen und Entdeckungen (7. Klasse) bis zu spannenden Biographien herausragender Persönlichkeiten (8. Klasse) reicht.

In der 8. Klasse fertigen die Schüler eine eigene Jahresarbeit an, die sie der Schulgemeinschaft vorstellen. Einer der Höhepunkte zum Abschluss der Klassenlehrerzeit ist eine öffentliche Theateraufführung.

In der Oberstufe (Klasse 9 bis 12/13) wird der Unterricht wissenschaftlich-intellektuell aufgebaut. In den Kernfächern wird der Klassenlehrer von den Fachlehrern der Oberstufe abgelöst, die die begonnene Ausblildung in allen Bereichen bis zum Schulabschluss fortführen. Das Fach Informatik kommt hinzu. In außerschulischen Praktika (Feldmessen, Landbau- und Sozialpraktikum) erleben die Schüler die praktischen Lebensbezüge des Unterrichtsstoffs. Eine Jahresarbeit sowie ein großes Theaterspiel schließen die 12. Klasse ab.

Soziale Kompetenzen entwickeln

An der Waldorfschule lernen die Schüler im Klassenverband von der ersten bis zur zwölften Klassenstufe. Das Erüben sozialer Kompetenzen in einer möglichst stabilen Klassengemeinschaft von Schülern unterschiedlicher Begabung ist lebensnah und baut auf das Lernen im gegenseitigen Miteinander. Denn schneller begreifende Schüler lernen am meisten, wenn sie Gelegenheit bekommen, langsamer begreifenden Schülern etwas zu erklären. Letztere lernen auch besser, wenn sie nicht ausschließlich auf die Erklärungen des Lehrers angewiesen sind. Das gemeinsame Losen von Aufgaben in Gruppen mit unterschiedlichen Begabungen ist eine Herausforderung des Berufslebens, auf die die Schule schon vorbereiten sollte.

Mehr zur Waldorfpädagogik finden Sie unter www.waldorfschule.info/de/paedagogik